Zentrum und Peripherie

Hauke Brunkhorst, Sérgio Costa, Wenzel Matiaske et al.

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Band 2: Jenseits von Zentrum und Peripherie

Erstellt von sfietze am 14. Mai 2010

Hauke Brunkhorst & Sérgio Costa (Hrsg.):
Jenseits von Zentrum und Peripherie
Zur Verfassung der fragmentierten Weltgesellschaft

Die rasante Entgrenzung der Moderne hat bislang weder zu der von vielen erhofften Integration der Weltgesellschaft über abstrakte Normen individueller Freiheit und gegenseitiger Toleranz geführt, noch zu der von anderen befürchteten kulturellen Homogenisierung. Mit der zunehmenden Überwindung räumlicher und zeitlicher Barrieren wuchs die Fragmentierung in Regionalgesellschaften, vervielfältigten sich kulturelle Differenzen und prägten sich die Feindschaften einer wachsenden Zahl von Völkerschaften immer markanter aus. Sind in der zerklüfteten Weltgesellschaft die interkulturelle Koexistenz unter der Herrschaft des Gesetzes, ein liberaler Verfassungskonsens oder eine demokratische Selbstbestimmung überhaupt noch vorstellbar? An dieser Fragestellung orientieren sich die Autorinnen und Autoren dieses Bands. Damit geht es um die „Verfassung“ der Weltgesellschaft in dem weiten Sinn, der die juristischen Texte ebenso einschliesst wie die innere Verfasstheit des Gemeinwesens. Es kann in guter/schlechter Verfassung sein oder eine gute oder schlechte Verfassung haben. Theoretisch zeigen die Beiträge eine tiefer gehende Gemeinsamkeit: Sie weisen die herkömmliche Verortung der Gesellschaften des Südens im „Warteraum der Geschichte“ (D. Chakrabarty) zurück, denn es gibt keinen Aussen- oder Vorraum der Weltgesellschaft: Zentren und Peripherien sind längst in einander verschlungen. Die Folgen daraus sind auch im Alltag zu spüren – und sie sind nicht nur negativ.

Hauke Brunkhorst: Soziologieprofessor an der Universität Flensburg

Sérgio Costa: Soziologe am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin

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Band 1: Peripherie und Zentrum in der Weltgesellschaft

Erstellt von sfietze am 14. Mai 2010

Hauke Brunkhorst, Gerd Grözinger, Wenzel Matiaske (Hrsg.):
Peripherie und Zentrum in der Weltgesellschaft

Europa hat das universelle Verstehen über die Weltmeere exportiert und wird nun, abweichend von seinem zivilisatorischen Selbstverständnis, aus der Perspektive des „anderen Kaps“ (Derrida) verstanden. Die westlichen Demokratien haben die Herrschaft des Rechts globalisiert und werden nun auf die Einhaltung der von ihnen gesetzten Normen verpflichtet, und die normative Alternativlosigkeit demokratischer Politik lässt die Defizite politischer Inklusion, egalitärer Freiheit und solidarischer Vergemeinschaftung in allen Weltregionen nun umso deutlicher hervortreten. Während die Länder im Zentrum eine relativ weitgehende, rechtliche, politische und soziale Inklusion der Gesamtbevölkerung erreicht haben, zerfällt die riesige Peripherie in soziale Segmente überintegrierter Minoritäten und unterintegrierter Majoritäten. Erst in Folge der Globalisierung der Massenkommunikation, der Funktionssysteme und Expertenkulturen, des westlichen Verfassungstyps und der westlichen Hegemonie aber wird die Fragmentierung der Weltgesellschaft in Zentrum und Peripherie zu einem Problem, dem kein Funktionssystem, kein politisches Regime und keine sub- oder supranationale Organisation mehr ausweichen kann. Die Differenzierung von Zentrum und Peripherie ist heute das gemeinsame Problem aller Weltregionen, Funktionssysteme und politischen Regimes. Im ersten, hier präsentierten Band der neuen Reihe mit dem Titel Peripherie und Zentrum in der Weltgesellschaft ist das Generalthema in mehreren Dimensionen angesprochen: Auswirkungen der Differenzierung von Zentrum und Peripherie für das Weltrechtssystem und seine Rückwirkungen auf die jeweiligen Regime, nationale Wirtschaftsstile und Politikkulturen unter den Bedingungen der Globalisierung, universelle Menschenrechte und das Recht auf Differenzierung.

Hauke Brunkhorst, Professur für Soziologie an der Universität Flensburg. Gerd Grözinger, Geschäftsführer des Zentrums für Bildungsforschung der Universität Flensburg. Wenzel Matiaske, Professur für BWl, insb. Personal und Organisation an der Universität Flensburg.

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