{"id":221,"date":"2017-11-14T16:27:09","date_gmt":"2017-11-14T15:27:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hermes.hsu-hh.de\/zeitgerecht\/?p=221"},"modified":"2017-11-14T16:27:09","modified_gmt":"2017-11-14T15:27:09","slug":"sind-eltern-schon-bei-ankunft-am-arbeitsplatz-erschoepft-wie-sich-morgendliche-erlebnisse-auf-wohlbefinden-und-arbeitsleistung-auswirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermes.hsu-hh.de\/zeitgerecht\/2017\/11\/14\/sind-eltern-schon-bei-ankunft-am-arbeitsplatz-erschoepft-wie-sich-morgendliche-erlebnisse-auf-wohlbefinden-und-arbeitsleistung-auswirken\/","title":{"rendered":"Sind Eltern schon bei Ankunft am Arbeitsplatz ersch\u00f6pft? Wie sich morgendliche Erlebnisse auf Wohlbefinden und Arbeitsleistung auswirken"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium\"><span style=\"font-family: Calibri\">In der \u201e<span style=\"color: #000000\">Rush Hour\u201c des Lebens pendeln berufst\u00e4tige Eltern t\u00e4glich zwischen den Bereichen Familie und Arbeit. Ob die Balance der beiden Aufgabenfelder gelingt oder zur Doppelbelastung wird, h\u00e4ngt zum Gro\u00dfteil davon ab, wie ressourcen- oder stressreich sie wahrgenommen werden. <\/span>Das Teilprojekt \u201eZeitkonflikte und Gesundheit\u201c, das von der Medical School Hamburg im Rahmen des BMBF gef\u00f6rderten Projektes <i>Lebenszeit 4.0<\/i> durchgef\u00fchrt wird, hat sich dabei unter Leitung von Prof. Jan Dettmers einem Aspekt gewidmet, der bisher kaum <\/span><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\">Beachtung fand: Der Einfluss morgendlicher Erlebnisse in der Familie und auf dem Anfahrtsweg. Im Gegensatz zu kinderlosen Arbeitnehmern sind berufst\u00e4tige Eltern vor Ankunft am Arbeitsplatz mit der t\u00e4glichen Kinderbetreuung konfrontiert. Diese kann sowohl Zeitstress ausl\u00f6sen, aber auch positive Erlebnisse beinhalten. F\u00f6rdert das morgendliche Familienleben Ressourcen wie etwa eine positive Stimmung, ist man auch auf Arbeit entspannter und kann den anstehenden Aufgaben konzentrierter nachgehen (Conservation of Resources Theory; Hobfoll 1989, 2002). Morgendliche Stressoren bewirken das Gegenteil: Um sie zu kompensieren, m\u00fcssen Ressourcen eingesetzt werden, die dann zur Erf\u00fcllung der Arbeitsaufgaben fehlen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri;font-size: medium\">\u00a0<\/span><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri;font-size: medium\">Um diese Annahmen zu testen, wurde im Rahmen des Lebenszeit 4.0-Projektes eine Tagebuchstudie in Hamburg durchgef\u00fchrt. Insgesamt haben rund 120 arbeitende Eltern \u00fcber f\u00fcnf Tage hinweg je viermal t\u00e4glich einen Fragebogen ausgef\u00fcllt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ersch\u00f6pfung zwischen dem Aufwachen und der Ankunft auf Arbeit an Tagen, die besonders viele Stressoren am Morgen bereithalten, deutlich h\u00f6her ist als an weniger stressreichen Tagen. Die Stressoren wirken sich zudem negativ auf die Stimmung aus. Viele Ressourcen in der Familie und auf dem Anfahrtsweg hingegen f\u00fchren dazu, dass sich die Stimmung bei Ankunft auf Arbeit besser ist als an Tagen, an denen weniger Ressourcen erlebt werden. Die Studie wies au\u00dferdem nach, dass sowohl die Stimmung als auch der Grad an Ersch\u00f6pfung bei Ankunft am Arbeitsplatz die Arbeitsleistung beeinflussen. Startet der Arbeitnehmer gelassen und erfrischt in den Arbeitstag, erbringt er auch bessere Arbeitsleistung.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri\"><span style=\"font-size: medium\">Um typische belastende und unterst\u00fctzende Aspekte im morgendlichen Alltag arbeitender Eltern noch detaillierter zu identifizieren, hat die MSH im Fr\u00fchjahr 2017 zw\u00f6lf leitfadengest\u00fctzte Interviews mit berufst\u00e4tigen Eltern in Flensburg und Hamburg gef\u00fchrt. <span style=\"color: #000000\">Die Teilnehmer schilderten eine Vielzahl von Belastungen, die Zeitdruck und \u00c4rger ausl\u00f6sen. Auf der anderen Seite wurde deutlich, dass Eltern \u00fcber einen Pool an Bew\u00e4ltigungsstrategien verf\u00fcgen, um Stress abzumildern. <\/span>Die qualitative Auswertung der Interviews zeigte, dass sowohl unmittelbare Ereignisse im Familienumfeld als auch kommunale und betriebliche Rahmenbedingungen als Stressoren oder Ressourcen wahrgenommen werden. So sind t<\/span><\/span><span style=\"font-family: Calibri\"><span style=\"color: #000000;font-size: medium\">ypische Stressoren w\u00e4hrend der morgendlichen Kinderbetreuung unter anderem emotional belastende Situationen, Tr\u00f6deln oder Bockig sein des Kindes oder das Abweichen von der Routine. Als hilfreich wird z.B. eine fr\u00f6hliche Laune und ein gutes \u201eMitmachen\u201c der Kinder oder eine gute Vorab-Planung wahrgenommen. Regionale Faktoren, die bereits am Morgen Stress ausl\u00f6sen, sind zum Beispiel unp\u00fcnktliche oder sehr volle \u00f6ffentliche Verkehrsmittel oder ein langer Anfahrtsweg zur Arbeit und\/oder Betreuungseinrichtung des Kindes. Hingegen mildern kurze Anfahrtswege und flexible \u00d6ffnungszeiten der Betreuungseinrichtung den morgendlichen Zeitdruck ab. Ebenso wird ein flexibler Arbeitszeitbeginn als betrieblicher Faktor als stressmildernd empfunden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage zur Erstellung von Trainingselemente, die Stressoren am Morgen durch individuelle Ma\u00dfnahmen (z.B. Zeitmanagement) abmildern und gleichzeitig helfen sollen, Ressourcen aufzubauen. <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der \u201eRush Hour\u201c des Lebens pendeln berufst\u00e4tige Eltern t\u00e4glich zwischen den Bereichen Familie und Arbeit. Ob die Balance der beiden Aufgabenfelder gelingt oder zur Doppelbelastung wird, h\u00e4ngt zum Gro\u00dfteil davon ab, wie ressourcen- oder stressreich sie wahrgenommen werden. 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