Universität Hamburg
Das Teilprojekt des Arbeitsbereichs Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Hamburg beschäftigt sich mit der Analyse von Wirkungen von Arbeit auf Abruf auf die Beschäftigten und mit der Identifizierung individueller und organisationaler Bewältigungsstrategien.
Zu diesem Zweck sollen mit neuen Analyseverfahren umfangreiche empirische Untersuchungen durchgeführt werden, die neben psychologischen auch physiologische Auswirkungen erfassen sollen. Daneben werden die Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung sowie Familie und Angehörige (Work-Life-Balance) mit Beschäftigten unterschiedlicher Branchen untersucht. Einerseits sollen die Effekte von individuellen Bewältigungsstrategien zu Flexibilisierungsanforderungen berücksichtigt werden. Andererseits soll einbezogen werden, inwieweit die konkrete Ausgestaltung von Arbeit auf Abruf, Belastungen und Ressourcen bei der Arbeit und in der Freizeit, intervenierende Effekte auf den Zusammenhang zwischen Arbeit auf Abruf und Gesundheit haben. Auch die Wirkungen der Nutzung technischer Hilfsmittel sowie arbeitsrechtliche Bedingungen sollen geprüft werden. Die Lebenssituation der Beschäftigten, Geschlechtszugehörigkeit und Alter sollen besonders gewichtet werden.
Auf dieser Grundlagen sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisses des Teilvorhabens 1 (Helmut-Schmidt-Universität) sollen gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Unternehm en Handlungskonsequenzen und generalisierte Strategien entwickelt, exemplarisch erprobt und evaluiert werden. Es sind besonders solche Regelungen zu berücksichtigen, die den spezifischen Bedarfen von Männern und Frauen in unterschiedlichen Familiensituationen und von unterschiedlichen Altersgruppen gerecht werden. In einem ersten Schritt sollen spezifische Lösungen für die am Verbundvorhaben beteiligten Partner der unterschiedlichen Branchen erarbeitet werden. Damit wird es möglich, konkrete Handlungskonsequenzen für spezifische Betriebe zu entwickeln und dabei unterschiedliche Branchen und Organisationen einzubeziehen. In einem zweiten Schritt sollen Lösungen erarbeitet werden, die breit anwendbar sind. Unter Einbeziehung sämtlicher Ergebnisse der Teilvorhaben sollen Modelle zu Rufbereitschaft aus arbeitspsychologischer, arbeitsmedizinischer, arbeitsrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht entwickelt und dabei auch Aussagen über technische Lösungen formuliert werden. Die Phase wird in enger Abstimmung mit den am Projekt beteiligten Multiplikatoren durchgeführt.
Die mit den Projektpartnern erarbeiteten Lösungen sollen dauerhaft in den teilnehmenden Betrieben etabliert werden. Darüberhinaus werden Modelle über Multiplikatoren wie den Arbeitsmedizinischen Dienst und Berufsgenossenschaften in unterschiedlichen Branchen eine Anwendung finden. Schließlich werden Beratungskonzepte erarbeitet, die Best-Practice-Modelle verbreiten. Die gewonnen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden in Publikationen sowie auf Fachkonferenzen verbreitet. Sie nehmen Eingang in Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen.

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