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Mittwoch, 16. Mai 2012
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Das Teilprojekt der Helmut-Schmidt-Universität analysiert auf Basis repräsentativer bestehender und eigener Befragungen die Verbreitung, Bedeutsamkeit, Ausgestaltung und Präferenzen zu Arbeit auf Abruf aus Sicht unterschiedlicher Akteursgruppen (Personalmanagement, Interessenvertretungen, Beschäftigte). Dabei sollen auf Ebene der Unternehmen insbesondere Strategien und Regelungen zu Arbeit auf Abruf bzw. Rufbereitschaft (bspw. Betriebsvereinbarungen, informelle Regelungen) in Abhängigkeit von Organisationsform, Betriebsgröße und Branche untersucht werden. Aus Perspektive der Beschäftigten und Interessenvertretungen sind vor allem die Bewertungen verschiedener Varianten von Rufbereitschaft, mögliche Probleme und damit verbundene Risiken von Interesse. Bei der Perspektive der Beschäftigten werden Geschlechts- und Altersunterschiede sowie die Familien- und Lebenssituation im Allgemeinen besonders berücksichtigt.

Die zu untersuchenden Daten werden quantitativ und für die bundesdeutsche Bevölkerung bzw. in Deutschland ansässige Betriebe repräsentativ erhoben und ausgewertet. Dabei wird sowohl auf bestehende Datensätze zurückgegriffen, die bisher nicht in Bezug auf Arbeit auf Abruf bzw. Rufbereitschaft ausgewertet worden sind (BAuA-BiBB-Erwerbstätigenbefragung aus den Jahren 2005/2006 und die aktuelle WSI-Betriebsrätebefragung aus dem Jahr 2008), als auch eine eigene Befragung konzipiert, die alle Akteursgruppen einbezieht. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem WSI als Multiplikator soll zum einen die Analyse der WSI-Betriebsrätebefragung unterstützen und Impulse für die eigene durchzuführende Befragung von Betriebsräten geben. Geplant ist darüber hinaus die Einspeisung von Indikatoren zur Rufbereitschaft in bestehende Panelbefragungen: das Sozio-ökonomische Panel als repräsentative Haushaltsbefragung und das CRANET als repräsentative Unternehmensbefragung. Die Auswertungen dieser Panelbefragungen werden zusätzliche Hinweise zur Verbreitung und Intensität von Rufbereitschaft in Deutschland geben. Sie ermöglichen die Abschätzung der Grundgesamtheit für die eigene Befragung und sollen Hinweise für Schwerpunkte der eigenen Befragung geben. In dieser Phase wird eng mit dem Multiplikatoren DIW und Universität Gießen, welche die jeweilige Befragung leiten, zusammengearbeitet. Aus dieser Zusammenarbeit sollen sich für die Phase der Konzipierung einer eigenen Unternehmens- und Mitarbeiterbefragung nützliche Hinweise und Kontakte ergeben – z.B. bezüglich des Einsatzes geeigneter Messinstrumente zur Arbeitsbelastung, Zufriedenheit, etc. Ziel der eigenen Befragung ist zum einen die Verknüpfung der drei Ebenen Personalmanagement/Geschäftsführung, betriebliche Interessenvertreter und Beschäftigte. Zum anderen soll die Befragung einen detaillierten Einblick in die Motive, Präferenzen und Ausgestaltungsformen der Arbeit auf Abruf/Rufbereitschaft aus allen drei Sichtweisen ermöglichen. Ziel des Teilvorhabens ist darüber hinaus die systematische Aufbereitung von Wirkungen unterschiedlicher Strategien für Unternehmen anhand von Kosten-Nutzen-Analysen unter besonderer Berücksichtung von Hebelwirkungen (Sensibilitätsprüfung).

Für dieses Teilvorhaben wird eine Expertise auf Basis empirischer Erkenntnisse an Dritte vergeben. Die aufgearbeiteten Befunde dienen als Basis der Konzeption von verallgemeinerbaren Lösungen und Modellen aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Die gewonnen Erkenntnisse werden in der Wissenschaft und Fachöffentlichkeit sowie auf weiterführenden Konferenzen verbreitet und publiziert. Die Ergebnisse und Daten gehen in bildungsbezogene Aktivitäten ein (Seminarbaustein, Lehrtätigkeit) und können den Multiplikatoren zur Entwicklung eines Beratungsschwerpunktes bspw. zum Thema "Best Practice Rufbereitschaft" dienen. Die selbst erhobenen Daten werden der Wissenschaft und Forschung unentgeltlich zugänglich gemacht und eröffnen somit neue Forschungsfelder und weiterführende Analysen (bspw. auch für Abschlussarbeiten).

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